Selbständige und Freiberufler

Die seit einigen Jahren bestehende Krankenversicherungspflicht gilt unter anderem auch für Selbständige und Freiberufler – und zwar unabhängig von ihrem Einkommen. Selbständige können zwischen einer Mitgliedschaft in der GKV, der gesetzlichen Krankenkasse, oder in der privaten Krankenversicherung, der PKV, wählen.

Sie müssen sich vom ersten Tag ihrer Selbstständigkeit an krankenversichern und sich schon zu diesem Zeitpunkt festlegen, ob sie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in der GKV oder privat versichert sein möchten. Denn ein Zurück aus der PKV in die GKV ist auch für Selbständige schwierig, oftmals gar nicht mehr möglich und im Übrigen vom Gesetzgeber auch gar nicht gewollt.

GKV-Beitrag ist und bleibt einkommensabhängig

Der Selbständige kann als Existenzgründer nicht einschätzen, wie sich seine zukünftigen Einkünfte entwickeln und stabilisieren werden. In dieser Situation kommt ihm die GKV entgegen, indem für einen Mindestbeitrag im ersten Jahr ein fiktives Einkommen festgesetzt wird.

Anhand des Einkommensteuerbescheides wird der GKV-Beitrag in den Folgejahren dann der tatsächlichen Einkommenssituation angepasst. Der zunächst gezahlte Mindestbeitrag ist und bleibt die untere Grenze. Der Selbständige ist so mitsamt seiner Familie GKV-versichert. Ein nicht erwerbstätiger Ehepartner sowie schulpflichtige Kinder können in der GKV kostenlos mitversichert werden – dies stellt einen der Vorteile der GKV dar.

PKV-Beitrag pro Tarif und Person

In der PKV ist der Versicherungsbeitrag von der Einkommenssituation losgekoppelt. Er wird für jeden Versicherten tariflich kalkuliert und kann zu Beginn der Selbstständigkeit durchaus niedriger als in der GKV sein. Diese Situation wird sich ebenso schnell ändern, wenn die Familie größer wird.

Die Zahl der Personen und Tarife steigt, und damit auch der Beitrag in der PKV. Das geschieht ganz unabhängig davon, wie sich das Einkommen im Laufe der Jahre entwickelt. Der Selbständige kann die Qualität seiner tariflichen Leistungen selbst bestimmen.

Je besser die medizinische Versorgung ist, umso höher wird der Beitrag. Oder umgekehrt gesagt: für mehr Beitrag gibt es mehr Leistung. Das muss bezahlbar sein und auch dauerhaft so bleiben.

Das eine tun, das andere nicht lassen

Der Selbständige muss überlegen, wie er einen möglichst guten Krankenversicherungsschutz für möglichst wenig Geld bekommt. Tipp: Als Lösung bietet sich eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV an, ergänzt um eine bedarfsgerechte Zusatzversicherung in der PKV für den einen oder anderen Tarif. Entscheidend ist dabei, dass der Monatsbeitrag für die Vollversicherung vom Einkommen abhängig bleibt, also sich immer an der Einkommenshöhe orientiert – das Markenzeichen der GKV.

Die Zusatzversicherung in der PKV kann bedarfsgerecht für einzelne Personen abgeschlossen, aber auch gekündigt werden. Das Einkommen bestimmt letztendlich darüber, ob die Krankenversicherung in der GKV ausreicht, oder ob die medizinische Versorgung durch die PKV verbessert werden soll. Auf jeden Fall sollte der Versicherungsbeitrag zur Krankenversicherung als Vollversicherung vom Einkommen bezahlbar und insofern einkommensabhängig sein.

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