Pflege-Bahr im Test

Die im Rahmen des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes (PNG) im Jahr 2012 beschlossene Pflegevorsorgezulage - kurz "Pflege-Bahr" - soll helfen, die Versorgungslücke im Pflegebereich deutlich zu verkleinern. Die Stiftung Warentest hat die ersten Produkte unter die Lupe genommen.

Die im Rahmen des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes (PNG) im Jahr 2012 beschlossene Pflegevorsorgezulage – kurz “Pflege-Bahr” – soll helfen, die Versorgungslücke im Pflegebereich deutlich zu verkleinern. Die Stiftung Warentest hat die ersten Produkte unter die Lupe genommen.

Deckt der Pflege-Bahr die Kostenlücke der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass im Rahmen des Pflege-Bahr geförderte Tarife einen monatlichen Mindestbeitrag von 10,- € erheben und bei Pflegestufe 3 600,- € auszahlen müssen.

Das Besondere an der staatlich geförderten, privaten Pflegevorsorge ist, dass die Anbieter niemanden ablehnen dürfen. Obwohl dies zunächst lohnend erscheint, hat die Stiftung Warentest festgestellt, dass die zu erwartende Versorgungslücke im Pflegebereich durch die Angebote nicht geschlossen wird.

Im Test wurden die Verträge von zwei fiktiven Versicherungsnehmern verglichen, von denen einer seinen Pflege-Bahr mit 30 Jahren, der andere mit 50 Jahren abgeschlossen hat. In beiden Fällen wird in allen Pflegestufen zu wenig ausgezahlt, um die Kosten zu bezahlen, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung gedeckt sind. Hart trifft es Demenzkranke, die zur Pflegestufe 0 gezählt werden und deren Zahl in Zukunft deutlich steigen könnte:

Mit einem Betrag von unter 100,- € pro Monat wurden im Test nicht einmal 5 % der Kosten für die Betreuung gedeckt!

Produkte kombinieren oder auf Förderung verzichten?

Zu den Vorteilen der Pflege-Bahr-Verträge zählt die Stiftung Warentest die fehlende Gesundheitsprüfung, die es Menschen mit Vorerkrankungen ermöglicht, privat für den Pflegefall vorzusorgen. Verträge können bis zu 3 Jahren ruhen, wenn es zu finanziellen Engpässen kommt, ohne dass die bisherigen Beitragszahlungen oder der Versicherungsschutz verloren gehen.

Ein Abschluss lohnt selten: Ein Vergleich mit Tarifen, die nicht gefördert werden, hat im Test gezeigt, dass diese zwar teurer sind, aber einen größeren Teil der Kosten abdecken. Wer keine Vorerkrankungen hat und demnach einen Gesundheitstest nicht zu fürchten braucht, kann beide Vertragsarten kombinieren, um die staatliche Zulage noch zu bekommen.

Der Test hat deutlich gemacht: Grundsätzlich bleiben private Vorsorgeverträgen zur Pflegeversicherung fragwürdig. Experten empfehlen, mit dem Abschluss von Verträgen zu warten, bis mehr Produkte auf dem Markt sind. Diese sollte man dann gründlich prüfen und vergleichen, bevor man sich für ein Angebot entscheidet.

facebook facebook twitter twitter linkedin linkedin xing xing mail mail print print emailout emailout info info hamburger hamburger close close search search info info check check