Vergleich der Struktur GKV – PKV

Um die Unterschiede zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) besser verstehen zu können, stellen wir Ihnen hier die Strukturen der beiden Systeme vor.

In der GKV orientieren sich die Beiträge der Mitglieder beispielsweise am Arbeitsentgelt bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze. Das bedeutet, dass jedes GKV-Mitglied so viel zahlt, wie es der Leistungsfähigkeit dieser Person angemessen ist. Die Struktur in der PKV hingegen ist so ausgerichtet, dass sich die Versicherungsprämie nach dem individuellen Krankheitsrisiko berechnet. Dabei werden verschiedene Faktoren wie Geschlecht, Beruf, Lebensalter und Gesundheitsstatus berücksichtigt.

Unterschiedliche Tarife in der PKV

Diese unterschiedliche Struktur hat zur Folge, dass die PKV Tarife anbieten kann, die mehr Leistung bieten, aber dennoch günstiger sind als die Beiträge in der GKV. Das natürlich immer unter Berücksichtigung des persönlichen Versicherungsrisikos eines Mitglieds. Von den günstigen Tarifen profitieren hauptsächlich junge Versicherte und gut verdienende Singles. Mit steigendem Alter und durch Änderung des Familienstands kann es jedoch passieren, dass dieser anfängliche Vorteil der PKV gegenüber der GKV sich in sein genaues Gegenteil verkehrt.

Wer Mitglied in der GKV ist, wird in erster Linie vom Gesetzgeber bestimmt. Darauf ist die gesamte Struktur der GKV hin ausgerichtet. Wer abhängig beschäftigt ist, für den besteht sozusagen eine gesetzliche Zwangsmitgliedschaft in der GKV, wenn seinJahresbruttoeinkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAE) liegt. In der GKV können Sie sich aber auch freiwillig versichern. Allerdings müssen Sie den Höchstbeitrag entrichten, wenn Ihr Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet.

Strenge Regeln bei Wechsel in anderes System

Wenn Sie von einem System ins andere wechseln wollen, so unterliegt dieser Wechsel strengen Regeln. Streben Sie einen Wechsel von der GKV in die PKV an, so müssen Sie dieJahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten. Wenn Sie wieder zurück in die GKV wollen, muss Ihr Einkommen dauerhaft niedrig sein – und Sie müssen unter 55 Jahren alt sein. Als Selbständiger oder bei einer Befreiung von der Versicherungspflicht können Sie aus der PKV nur in die GKV wechseln, wenn Sie sich arbeitslos melden.

Eine Auseinandersetzung mit der unterschiedlichen Struktur der beiden Krankenversicherungssysteme von GKV und PKV lohnt sich sehr, bevor Sie sich für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden.

facebook facebook twitter twitter linkedin linkedin xing xing mail mail print print emailout emailout info info hamburger hamburger close close search search info info check check